Lama, Affe und Co. nehmen die Angst

Der Kinderhospizdienst kooperiert eng mit der kinderonkologischen Station der Charité / Rudolf-Virchow-Klinikum. Betroffene Familien werden durch uns unmittelbar nach der Diagnose, während der Behandlung und nach der Entlassung beraten und begleitet. In vielen Gesprächen mit Eltern und ihren Kindern haben wir erlebt, wie verängstigt die Kinder in dieser Zeit sind und dass es sie sehr verunsichert, dem unbekannten Klinikalltag ausgesetzt zu sein. Kleine Kinder leiden besonders unter ihrer schweren Erkrankung und den damit verbundenen Bedingungen. Sie müssen Schmerzen aushalten, haben Angst, sind verunsichert, traurig, isoliert und leiden während ihrer oft langen Klinikaufenthalte unter Langeweile. Sie spüren die Angst und Sorge ihrer Eltern und entwickeln manchmal
Schuldgefühle, weil sie denken, dass sie für die Trauer und den Schmerz ihrer Eltern verantwortlich sind.

So überlegten wir 2015 gemeinsam mit Kinderärzten und Pflegekräften der Kinderonkologie und der Abteilung für Knochenmarktransplantationen, was den Kindern helfen und die Familien entlasten könnte. Wir entwickelten gemeinsam mit dem Spielpädagogen und Künstler Fernando Perez das „Kuscheltierische Theater“.

Mit großen und speziellen Handpuppen, die verschiedene Tiere darstellen, kann Fernando besonders gut auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Zu „seinem Zirkus“ gehören ein Lama, ein Affe, ein Hund, ein Orang Utan, ein Strauß, ein Delfin und eine Katze. Sie sind dabei, wenn die Kinder Angst vor Spritzen, Chemotherapie und Blutabnahme haben. Sie können mit den Tieren reden, lachen, sie streicheln oder mit ihnen schimpfen. Geduldig und einfühlsam gehen sie auf die Bedürfnisse der Kinder ein. Sie hören zu, machen Späße und sind einfach für sie da. Neben seinem „kuscheltierischem Theater“ macht Fernando Musik auf den Kinderstationen. Besonders die Kinder, die nach einer  Knochenmarktransplantation lange Zeit isoliert sind, erwarten ihn jede Woche sehnlich. Fernandos Tiere tanzen und
singen vor der Scheibe der Isolierzimmer und haben schon viele kleine Patienten zum Lachen gebracht.


Wir begleiten im Kinderhospizdienst viele Kinder, die so schwer krank sind, dass sie zuhause palliativmedizinisch behandelt werden. Viele von ihnen können nicht mehr aufstehen und laufen. Diese Kinder besucht Fernando mit „seinem Zirkus“ und seiner Musik und bringt so ein wenig Licht und Freude in die Familien. Die Besuche helfen den Kindern belastende Situationen auszuhalten, die schwere Zeit besser zu ertragen und Spaß zu haben.

 

Diese Arbeit können wir ausschließlich über Spenden finanzieren. Die Kosten betragen pro Jahr ca. 12.000 € ( Honorar, Handpuppen, Reinigung der Handpuppen, kleine Geschenke für die Kinder). Mit den Spendeneinnahmen des THE WIN CUP 2020 haben wir die Kosten für ein Jahr übernehmen können.