Füreinander da sein – auch digital!

Seit 2015 ist Fernando Perez mit seinem ‘Kuscheltierischen Theater‘ ein treuer Begleiter von Kindern, die auf der onkologischen Station der Charité bzw. des Rudolf-Virchow-Klinikums liegen. Vor mehr als sechs Jahren haben wir dieses Projekt gemeinsam mit den Krankenhäusern und dem deutschen Kinderhospiz ins Leben gerufen. Seitdem besucht der Spielpädagoge die Heranwachsenden mit seinen therapeutischen Handpuppen und seiner Gitarre, wann immer es möglich ist. „Wir machen Musik zusammen und tanzen. Die Kinder singen mit den Puppen, erzählen ihnen Geschichten oder von ihren Träumen. Manchmal sind wir einfach nur still und teilen diese Stille“, spricht der 48-Jährige über seine Besuche.    

 

Die notwendigen politischen Vorschriften im Rahmen Corona-Pandemie erschweren diesen so wichtigen Austausch allerdings nun schon seit über einem Jahr. „Vorher habe ich nach Rücksprache mit den zuständigen Medizinern und Medizinerinnen einfach an die Tür geklopft und war vor Ort mit den Kindern. Das war sehr schön, geht aktuell aber leider nicht“, berichtet der Peruaner, der seit 2003 in Berlin lebt. Wie dringend notwendig diese Art der Fürsorge ist, um die Kinder, aber auch ihre Familien vom Klinikalltag abzulenken und zu entlasten, vermittelt der bildende Künstler nachdrücklich. „Die Puppen sind eine große Brücke. Die Kinder trauen sich mehr und sprechen offener über Wünsche, aber auch Sorgen und Ängste. Manchmal haben sie Schuldgefühle, weil sie merken, wie traurig ihre Familie ist.“

Corona trotzen: Ein iPad für den Austausch

 

Damit der dreifache Familienvater mit seinen Handpuppen, zu dessen ‘Zirkus‘ u.a. ein Affe, ein Lama oder ein Hund gehören, die so kostbare Nähe zu den Kindern halten kann, haben wir aus Spenden unserer Weihnachtsaktion (Verlinkung) ein iPad gekauft. So kann Fernando zumindest digital in Kontakt mit den kleinen Patientinnen und Patienten treten. „Das Pad liegt immer auf der Station bereit. Wir vereinbaren einen Termin und dann bringen die Krankenschwestern es zu den Kindern. Gerade für Kinder, die krankheitsbedingt streng isoliert sind, sind diese Gespräche eine große Freude. Wir machen uns viele Gedanken, wie wir sie psychologisch unterstützen können“, schildert der Wahl-Berliner das auf die Gegebenheiten angepasste Vorgehen.

 

Der dreifache Familienvater ist auf jeden Fall erleichtert und glücklich, nun mit seinen Puppen wieder eine Stütze für die erkrankten Kinder zu sein. „In all den Jahren habe ich viel erlebt. Schöne Momente, aber auch viele traurige Erlebnisse, die ich verarbeiten musste. Gleichzeitig inspirieren mich die Kinder, die so stark sind, immer wieder, ich lerne viel von ihnen. Der enge Kontakt, die Nähe zu Leid und zum Tod haben meine Sichtweise auf viele Dinge verändert.“


Ein Impuls zum Mitmachen

Seinen Optimismus und seine Zuversicht lässt sich Fernando nicht nehmen – auch nicht im zweiten Pandemie-Jahr. Das liegt auch an der Unterstützung. „Ich bin sehr froh, dass sich die Arne-Friedrich-Stiftung so einsetzt. Hilfe und Engagement stiften Hoffnung und inspirieren andere Menschen zum Mitmachen“, freut sich der Peruaner. „Fernando hat ein großes Herz und ist mit so viel Leidenschaft bei den Kindern und ihren Familien. Es ist wirklich toll zu sehen, wie schnell er den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann“, sagt Arne Friedrich über seinen Mitstreiter, der auf weitere Impulse hofft. „Es ist ein Zeichen, dass es viele Menschen gibt, die sich an solchen Initiativen beteiligen. Möglicherweise geben sie anderen einen Anstoß, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen.“